Achtung! – Schlechte Booster

Alle Booster, die es in unser Ranking geschafft haben, sind empfehlenswert. Booster-Bewertungen haben natürlich auch immer eine subjektive Komponente. Wir wollen hier noch kurz die Pre-Workout-Booster auflisten, die es nicht in unser Ranking geschafft haben.

Mögliche Gründe für eine schlechte Bewertung:

1. Ganz einfach: absurde Preise

Das ist selbsterklärend.

2. Zu viele Wirkstoffe, zu niedrig dosiert

Hier wird oft auf Studien verwiesen, in denen wissenschaftlich belegt wurde, dass ein bestimmter Wirkstoff positive Wirkungen im menschlichen Körper haben kann. Marketing-Abteilungen wissen, wie mächtig die Wörter „Studien“ und „wissenschaftlich belegt“ sind. Und sie wissen auch, dass sich (fast) kein Mensch die Mühe macht diese Studien zu lesen und nach methodischen Fehlern zu suchen bzw die Schlussfolgerung zu verstehen. Zum Beispiel weiß jeder, dass eine Kreatin-Supplementierung viel Sinn macht, die Studienlage ist eindeutig. Allerdings beziehen sich solche Ergebnisse immer auf eine bestimmte Menge bzw einen bestimmten Mengenbereich des Wirkstoffes.

Ein Beispiel:

Ergibt eine Studie, dass die Supplementierung von 5g Kreatin täglich zu Kraftsteigerungen von bis zu 12% führen kann, darf ein Supplement-Hersteller mit diesen Ergebnissen Werbung für seinen Booster machen. Auch wenn der Booster gerade mal 100mg Kreatin enthält, was natürlich eher eine angemessene Dosis für eine pumpende Ratte wäre. 😀

Und ja, solche Dosierungen haben wir gesehen.

3. Bedenkliche und/oder illegale Substanzen

Das ist in Deutschland beziehungsweise der EU eher kein Problem. Die Supplement-Herstellern müssen sich scharfen Kontrollen unterziehen und falls eine Substanz auffällig wird, ist sie „in null Komma nichts“ weg vom Fenster. Das konnten wir ja bei Agmatin-Sulfat (was im Tunnelblick 2.0 enthalten war), AMP-Citrat und natürlich dem Big-Boss DMAA sehen.

Bezüglich Aspartam ist zu sagen, dass die meisten Hersteller auf andere Süßstoffe ausweichen. Zwar besagen neuere Studien, dass der Wind um Aspartam umsonst war und es erst ab extrem hohen Mengen für Menschen schädlich wird, aber sicher ist sicher.

Alle Booster, die in unserem Top-10-Ranking gelandet sind, sind definitiv sicher. Man sollte es mit dem Koffein natürlich nicht übertreiben. 😉

4. Tricks

…, die einen ziemlich wütend machen können, wenn man sie bemerkt. Die Wirkung eines Boostern lässt sich eben, wie das bei so vielen Supplements ist, nicht direkt quantifizieren/messen. Es geht also eher um das Gefühl, das man nach dem Konsum hat. Wenn der Hersteller es nun schafft, dass der Konsument nach dem Booster IRGENDETWAS (nochmal: irgendetwas) spürt, denkt der Konsument, der Booster sei voll der Kracher. Schließlich spürt man nach Einnahme der meisten Supps nichts, was ja aber auch gar nicht der Sinn von Nahrungsergänzungsmitteln ist. Nehme ich zum Beispiel einen Whey-Shake zu mir, spüre ich rein gar nichts. Ist der Shake also wirkungslos? Natürlich nicht, ganz im Gegenteil.

Der wohl größte Trick ist hier das Beta-Alanin. Wer das schonmal genommen hat, kennt das (ungefährliche) Kribbeln. Dieses Kribblen spielt den Booster-Herstellern natürlich extrem in die Karten. Welchen erlaubten Inhaltsstoff außer Beta-Alanin kennst du noch, der sofort eine so deutliche Wirkung hervorruft? Es gibt kaum welche. Dazu kommt, dass Beta Alanin ja sogar nützlich ist. Den Herstellern geht es aber eben hauptsächlich um dieses Kribbeln, was dazu führen soll, dass man weiß, der Booster funktioniert und ist „voll krass“.

Natürlich kann einem diese Wirkung auch gefallen. Sie kann sogar nützlich sein, falls sie einen so wütend macht, dass man mehr Gewichte stemmt. 😀 Man darf sich aber nicht von ihr blenden lassen.

Dann wäre da noch das Koffein. Natürlich gehört es in den Booster und ist sogar einer der wichtigsten Stoffe. Unsere Meinung, nämlich dass Koffein hochdosiert sein sollte, wird deutlich, wenn man sich die ersten Plätze der Top-10-Pre-Workout-Booster anguckt. Aber es sollte eben nicht der einzige stimulierende Wirkstoff sein. Ansonsten käme man mit Kaffee deutlich billiger weg. Apropos Kaffee – wer weniger Geld für einen Pre-Workout-Booster ausgeben will, kann sich in unserem Ratgeber ein paar Anregungen zum Selbermachen von Boostern holen!

Überspitzt gesagt: Nur weil etwas irgendwie unmittelbar wirkt, ist es noch lange kein guter Booster – 5 Aspirin-Tabletten entfalten auch eine schnelle, unmittelbare Wirkung! 😉

 

Disclaimer: Wir sagen nicht, dass alle jetzt folgenden Booster schlecht sind, nur eben schlechter als die Top-10. Auch behaupten wir nicht, dass irgendeiner dieser Booster eines der oben genannten Kriterien erfüllt. Das ist lediglich unsere subjektive Meinung und wir können gleich sagen: keiner der Booster, die wir getestet haben, ist wirklich schlecht – schließlich haben wir ja vor der Kaufentscheidung bereits etwas recherchiert und die schlechten gar nicht erst getestet.

 

Booster, die uns nicht ganz überzeugt haben:

  • Jack3d Advanced Formula: zu wenig Koffein, proprietary blend lässt keine genaue Analyse zu, aber: Pump in Ordnung, Geschmack sogar ordentlich (haha)
  • Olimp Pump Express 2.0: kaum Boost-Wirkung, restliche Inhaltsstoffe in Ordnung, aber der Zweck eines Trainingsboosters wird nicht zufriedenstellend erfüllt
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